Meine Erinnerungen an Kuala Lumpur werden von zwei Eindrücken dominiert: von der schwülen Hitze, die uns beim Verlassen des Flughafens wie eine Wand traf – und von dem Gefühl, das unmittelbar danach kam. Dem Staunen über ein Nebeneinander der Kulturen, das ich so nirgendwo sonst erlebt habe.
Kuala Lumpur ist für viele der erste intensive Kontakt mit Malaysia – und dieser erste Kontakt hat es in sich. Moderne Hochhäuser neben kolonialen Bauten, Moscheen neben Hindu-Tempeln, chinesische Teegeschäfte neben indischen Gewürzläden. Auf den Straßen treffen malaiische, chinesische und tamilische Einflüsse so selbstverständlich aufeinander, als hätte es nie eine Frage gegeben, ob das funktioniert. Wer eine Reise durch Malaysia plant, sollte Kuala Lumpur deshalb nicht als bloßen Ankunftsort betrachten, sondern sich bewusst ein paar Tage Zeit nehmen.
Die malaysische Hauptstadt eignet sich hervorragend als Einstieg in Asien: Die Infrastruktur ist gut, Englisch wird vielerorts verstanden, die meisten Sehenswürdigkeiten liegen nah beieinander. Und doch zeigt Kuala Lumpur auf engem Raum, wie vielschichtig Malaysia kulturell, religiös und kulinarisch geprägt ist – das bekommt man in keinem Reiseführer so vermittelt wie beim einfachen Schlendern durch die Stadtviertel.
